Ratgeber · Renovierung 2026

Was kostet es, eine Wohnung 2026 zu renovieren?

Ein neuer Anstrich ist eine andere Größenordnung als ein neues Bad samt Leitungen. Hier sehen Sie, welche Preise zur ersten Orientierung taugen – und wo ein Angebot vor Ort nötig ist.

Wohnung während der Renovierung mit neu verlegtem Holzboden und vorbereiteten Wänden

Die kurze Antwort: Für eine Wohnungsrenovierung gibt es 2026 keinen verlässlichen Einheitspreis pro Quadratmeter. Ein 2026 aktualisierter Preisratgeber nennt als grobe Spanne etwa 200 bis 800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Darin stecken jedoch sehr unterschiedliche Arbeiten – vom Auffrischen der Oberflächen bis zu neuen Elektro- und Sanitärinstallationen. Für 50 Quadratmeter nennt derselbe Ratgeber beispielsweise etwa 10.000 bis 25.000 Euro als Orientierung. Das ist eine erste Hausnummer, kein Angebot für Ihre Wohnung.

Damit aus einer Zahl ein brauchbares Budget wird, müssen Sie zuerst festlegen, was bleiben kann und was erneuert werden soll. Besonders Bad, Küche, alte Leitungen, der Untergrund und die Entsorgung können die Rechnung schnell verändern.

Was sagen die Richtwerte für 2026?

Als Ausgangspunkt können Sie sich einzelne Gewerke ansehen. Die folgenden Preise sind veröffentlichte Orientierungswerte, keine verbindlichen Tarife. Achten Sie immer darauf, ob Material, Mehrwertsteuer, Vorarbeiten und Entsorgung im genannten Betrag enthalten sind.

ArbeitGrobe OrientierungWorauf es ankommt
Wände und Decken streichenca. 10–15 € je m² Fläche für einen einfachen InnenanstrichDer Untergrund muss vorbereitet sein. Spachteln, alte Tapeten und mehrere Anstriche kosten extra.
Neuer Bodenca. 25–130 € je m² inklusive Material und Verlegung bei gängigen LösungenBelag, Verlegemuster, Zustand des Estrichs, Entfernung und Entsorgung des alten Bodens.
Bad erneuernca. 4.000–15.000 € als grober Markt-RichtwertGröße und Ausstattung, neue Leitungen, Abdichtung und Fliesenarbeiten machen einen großen Unterschied.
Küche erneuernca. 6.000–20.000 € als grober Markt-RichtwertKüchenmöbel und Geräte sind nicht dasselbe wie Umbauten an Wasser, Abfluss oder Elektrik.

Die Werte für Malerarbeiten und Böden stammen aus 2026 aktualisierten Preisübersichten für Malerarbeiten und Bodenverlegung. Die Angaben zu Bad und Küche sind breite Marktspannen. Sie helfen beim Planen, ersetzen aber weder ein Aufmaß noch ein detailliertes Angebot. Auch der Preis pro Quadratmeter kann täuschen: Malerbetriebe rechnen mit Wand- und Deckenfläche, Bodenleger mit Bodenfläche – beides ist nicht automatisch die Wohnfläche.

Das Statistische Bundesamt meldete für Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg der Preise für Wohngebäude um 5,0 Prozent. Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden lagen 5,6 Prozent höher; Schönheitsreparaturen sind in dieser Instandhaltungszahl ausdrücklich nicht enthalten. Der Index ist kein Renovierungspreis für eine einzelne Wohnung, zeigt aber, dass ältere Preisbeispiele mit Vorsicht zu behandeln sind.

Beispielrechnung: eine 60-m²-Wohnung

Nehmen wir eine leer stehende Wohnung mit 60 m² Wohnfläche. Die Wände und Decken haben zusammen 180 m² zu bearbeitende Fläche; der Boden wird auf 60 m² erneuert. Das Bad wird überarbeitet, die Küche und die Elektroinstallation bleiben bestehen. Für dieses Beispiel lassen sich drei veröffentlichte Richtwerte nebeneinanderstellen:

  • Wände und Decken streichen: 180 m² × 10–15 € = etwa 1.800–2.700 €.
  • Boden liefern und verlegen: 60 m² × 25–130 € = etwa 1.500–7.800 €.
  • Bad erneuern: als sehr grober Richtwert etwa 4.000–15.000 €.

Zusammen sind das rund 7.300–25.500 Euro. Die Spanne ist groß, weil beim Boden ein einfacher Belag und hochwertiges Parkett nicht dasselbe kosten und weil „Bad erneuern“ sehr unterschiedliche Leistungsumfänge meint. Nicht enthalten sind hier etwa eine neue Küche, Elektroarbeiten, Änderungen an Leitungen, umfangreicher Rückbau oder besondere Schäden. Kommt eine neue Küche hinzu, nennt der Preisratgeber dafür zusätzlich etwa 6.000–20.000 Euro.

So eine Rechnung eignet sich zum Abstecken eines Budgets. Sie ist keine Prognose für jede 60-m²-Wohnung. Für eine realistische Summe brauchen Betriebe die tatsächlichen Maße, Fotos oder einen Termin vor Ort.

Warum zwei ähnlich große Wohnungen unterschiedlich viel kosten

Die Quadratmeterzahl beschreibt nur einen Teil des Aufwands. Entscheidend ist auch, was die Handwerker vorfinden und wie viele Schritte bis zur fertigen Oberfläche nötig sind.

  • Wände und Decken: Glatte, tragfähige Flächen sind schneller gestrichen als Wände mit losen Tapeten, Rissen oder mehreren alten Farbschichten.
  • Boden und Untergrund: Muss der alte Belag entfernt werden? Ist der Estrich eben und trocken? Sockelleisten, Übergänge und Türanpassungen können zusätzliche Positionen sein.
  • Bad und Küche: Bleiben Anschlüsse am selben Platz oder werden Wasserleitungen, Abfluss und Strom geändert? Eingriffe in die Technik brauchen mehr Abstimmung und Facharbeit.
  • Alter des Gebäudes: Nicht sichtbare Schäden oder problematische Altmaterialien können erst nach dem Öffnen von Bauteilen auffallen. Bei einem begründeten Verdacht sollte vor dem Rückbau fachlich geprüft werden, was verbaut ist.
  • Zugang und Ablauf: Eine bewohnte Wohnung, enge Treppenhäuser, fehlende Parkmöglichkeiten oder nacheinander arbeitende Gewerke verändern Zeitplan und Aufwand.
  • Material und Ausstattung: Standardbelag und Sonderanfertigung, einfache Armatur und Designserie liegen preislich weit auseinander.

Wenn Sie mieten, klären Sie geplante Veränderungen vorher mit der vermietenden Person. Als Wohnungseigentümer sollten Sie rechtzeitig prüfen, ob Fenster, Leitungen oder andere Teile betroffen sind, die nicht allein zu Ihrer Wohnung gehören, und die nötigen Abstimmungen einplanen.

So vergleichen Sie Angebote, ohne Äpfel mit Birnen zu vergleichen

Bitten Sie um ein schriftliches Angebot mit einzelnen Arbeitsschritten. „Bad renovieren“ ist als Beschreibung zu ungenau: Es sollte erkennbar sein, ob Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Fliesen, Sanitärgegenstände, Anschlüsse und Nebenarbeiten enthalten sind.

  1. Beschreiben Sie denselben Leistungsumfang für jeden Betrieb: Maße, gewünschtes Material und welche Arbeiten bleiben sollen.
  2. Fragen Sie nach Vorarbeiten, Anfahrt, Material, Entsorgung, Mehrwertsteuer und möglichen Zusatzkosten.
  3. Lassen Sie offene Punkte klären, bevor Sie unterschreiben. Wenn zusätzliche Arbeiten nötig werden, vereinbaren Sie, dass Umfang und Kosten vorher mit Ihnen abgestimmt werden.
  4. Prüfen Sie Zeitplan, Zahlungsbedingungen und Ansprechpartner neben dem Endpreis.
  5. Planen Sie einen separaten Puffer für Unvorhergesehenes ein, statt ihn mit bereits bekannten Arbeiten zu verwechseln.

Die Verbraucherzentrale erklärt, worauf es bei Handwerkeraufträgen ankommt: Angebote sollten sich anhand ihrer Positionen vergleichen lassen; Kosten für einen Kostenvoranschlag müssen vorher ausdrücklich vereinbart sein. Wenn sich abzeichnet, dass der veranschlagte Betrag wesentlich überschritten wird, soll der Betrieb Sie unverzüglich informieren.

Steuerbonus und mögliche Förderung

Für bestimmte Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt können unter den Voraussetzungen des § 35a EStG 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen die Einkommensteuer mindern, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das Gesetz beschränkt die Ermäßigung auf Arbeitskosten; eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des ausführenden Betriebs sind ebenfalls Voraussetzung. Öffentlich geförderte Maßnahmen sind von dieser Ermäßigung ausgeschlossen. Lesen Sie die Regelung in § 35a EStG und klären Sie Ihren Einzelfall bei Bedarf steuerlich ab.

Geht es um energetische Arbeiten oder einen altersgerechten Umbau, können andere Förderprogramme infrage kommen. Die Bedingungen und verfügbaren Mittel unterscheiden sich nach Maßnahme und können wechseln. Prüfen Sie aktuelle Informationen bei der Verbraucherzentrale, bevor Sie einen Auftrag erteilen; für viele Förderungen muss der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Was sollten Sie für Ihre Renovierung einplanen?

Für eine erste Orientierung können Sie mit breiten Marktspannen rechnen. Eine brauchbare Kalkulation entsteht aber erst, wenn klar ist, welche Flächen bearbeitet, welche Materialien verwendet und welche technischen Arbeiten ausgeführt werden. Schreiben Sie den Umfang auf, holen Sie vergleichbare Angebote ein und lassen Sie unklare Positionen erklären.

Im Betriebsverzeichnis für das Rhein-Main-Gebiet können Sie nach passenden Gewerken und Orten suchen, zum Beispiel nach Malerarbeiten oder Sanierung.

Handwerksbetriebe für Renovierung finden

Häufige Fragen zu Renovierungskosten 2026

Was kostet es, eine 50-m²-Wohnung zu renovieren?

Ein 2026 aktualisierter Preisratgeber nennt etwa 10.000 bis 25.000 Euro als grobe Spanne. Was Ihre Wohnung kostet, hängt davon ab, ob nur Oberflächen oder auch Bad, Küche und Haustechnik erneuert werden.

Kann ich die Renovierungskosten einfach pro Quadratmeter berechnen?

Nur als sehr groben Startwert. Es werden unterschiedliche Flächen zugrunde gelegt: zum Beispiel Wandfläche beim Malern und Bodenfläche beim Bodenbelag. Bad, Küche und technische Arbeiten passen außerdem nicht in einen einfachen Wohnflächenpreis.

Welche Arbeiten sind bei einer Renovierung oft besonders teuer?

Bad, Küche und Änderungen an Elektro- oder Wasserleitungen können einen großen Anteil ausmachen. Auch Rückbau, Entsorgung und aufwendige Vorarbeiten sind im ersten Blick auf den Raum nicht immer erkennbar.

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Bei größeren Vorhaben hilft es, mehrere Betriebe um Angebote für denselben Leistungsumfang zu bitten. Vergleichen Sie enthaltene Arbeiten, Material, Zeitplan und mögliche Zusatzkosten – nicht nur die Gesamtsumme.

Kann ich Handwerkerkosten von der Steuer absetzen?

Für bestimmte Arbeiten im eigenen Haushalt kann § 35a EStG eine Steuerermäßigung vorsehen. Begünstigt sind Arbeitskosten, die Regelung setzt unter anderem eine Rechnung und Überweisung voraus. Ob sie in Ihrem Fall gilt, hängt von den konkreten Umständen ab.

Quellen und Preisstand

Preisangaben geprüft am 9. Oktober 2026. Die genannten Beträge sind veröffentlichte Richtwerte; sie ersetzen kein Angebot für ein konkretes Objekt.